Lebensduft.net - Hypnose & Coaching Praxis Claudia Bäumer

„Nein! So nicht!“ – Grenzen setzen – Teil 1

Lebensduft.net - Hypnose & Coaching Praxis Claudia Bäumer
„Nein so nicht!“ – Grenzen setzen ist wichtig, für das eigene Wohlergehen!

Kennen Sie das auch?

Das Telefon klingelt. Sie gehen ran. „Ich bin es.“ Sie verdrehen die Augen,
bereiten sich unfreiwillig auf ein längeres Gespräch vor, wo Sie doch eigentlich gerade etwas Wichtiges erledigen wollen. „Blablabla“ tönt es aus dem Hörer. Sie werden unruhig, schauen immer wieder zur Uhr und sagen hin und wieder „ah ja“ oder „hm“.
Sie fangen an, mit dem Telefon durch das Zimmer zu laufen.
Versuchen irgendetwas nebenbei zu erledigen, damit die Zeit nicht ganz umsonst verstreicht. Irgendwann sagen Sie: „So, ich muss jetzt auflegen, habe noch etwas zu tun“. Vom anderen Ende hören Sie: „Ja klar, ich will dich auch gar nicht länger aufhalten, aber ganz schnell noch…“. Blablabla wird weitergebrabbelt. Nach dem Telefonat sind Sie genervt, sind ausgelaugt, fühlen sich
benutzt.

Oder kennen Sie folgende Situation:
Ständig schneit der Chef oder ein Kollege bei Ihnen rein und hält Sie von dem ab, was Sie eigentlich tun wollten. Oder Sie lassen sich von einem lieben
Menschen zu etwas hinreißen, was im Grunde so gar nicht zu Ihnen passt.
Hören Sie den Ausführungen der Nachbarin aus Höflichkeit zu? Oder machen Sie die Meinungsumfrage am Telefon oder auf der Straße mit, obwohl Sie das Thema überhaupt nicht interessiert, weil Sie dem netten Mann/der netten Frau nichts abschlagen können?

Wenn Sie sagen: „Kann mir nicht passieren“, dann brauchen Sie nicht weiter-
zulesen. Vermutlich können Sie „Nein“ sagen und Grenzen ziehen.
Oder genießen Sie die Vorteile, die „Ja-sagen“ mit sich bringen?

Die Vorteile des Ja-sagens!

Immer wieder „Ja“ zu sagen trotz innerem Widerstand, bringt auch einige
Vorteile mit sich, denn…:

  • … ein Mensch, der immer ein offenes Ohr für andere hat und hilfsbereit ist, wird gern und oft kontaktiert. Man fühlt sich beliebt.
  • … dann eckt man weniger an und hat seltener Streit und Konflikte mit
    anderen. Man läuft also nicht Gefahr, als egoistisch, faul und eigennützig
    abgestempelt zu werden.
  • … stattdessen kann man sich als selbstlosen netten Zeitgenossen ansehen, als Helfer, vielleicht sogar als Retter.
  • … zumindest in Bezug auf andere, muss man sich nicht mit schlechtem
    Gewissen oder Schuldgefühlen herumschlagen.
  • … man hat ein gutes Argument vor sich selbst, die Schuld für das nicht selbst gestaltete Leben auf andere abzuwälzen und man braucht die
    Verantwortung für seine Entscheidungen nicht selbst zu tragen.

Nicht alle Ja-Sager sind übrigens liebenswürdige Zeitgenossen, denn manche sind dabei ziemlich berechnend. Denn wer oft „Ja“ sagt und hilft, der kann auch anderen ein ziemlich schlechtes Gewissen einreden. Schließlich tut man ja auch so viel für andere und/oder der Menschheit.

Wenn Sie nicht zu den Berechnenden gehören, haben Sie sich mal Gedanken
darüber gemacht, warum Sie „Ja“ sagen obwohl sie viel lieber „Nein“ sagen würden? Was sind Ihre Gründe immer wieder „Ja“ zu sagen?
Es ist sinnvoll mal zu reflektieren, was einen eigentlich davon abhält Grenzen zu setzen und welche Vor- und Nachteile es hat, eigensinniger und selbstbewusster zu handeln.

Warum sagen Sie nicht „Nein“?

Wenn ich mit meinen Klienten die Gründe für das Ja-sagen reflektiere, wird immer wieder deutlich, dass die Wurzeln für das Denken und die Überzeugungen bereits in der Kindheit liegen. Und die prägt uns mehr, als uns manchmal lieb ist.
Wir wurden so erzogen, dass es sich gehört anderen zu helfen und das es „schlecht“ ist etwas abzulehnen und für sich einzustehen. Unsere Denkweisen und Verhaltensmuster werden also schon in frühester Kindheit geprägt.

Wenn wir älter werden und heranwachsen, entwickeln wir zunehmend ein Bauchgefühl, dass wie ein innerer Sensor Alarm schlägt, wenn wir uns ausgenutzt fühlen oder jemand unsere Grenzen überschreitet. Ignorieren wir diesen Alarm statt für uns stimmige Lösungen zu suchen, kommt es zu inneren Konflikten.
Wir sind ständig hin und her gerissen zwischen dem uns anerzogenen Glaubenssatz „Du musst immer hilfsbereit sein“ und unserem inneren Widerstand. Übrigens ist es sehr ratsam, dass wir auf unser Bauchgefühl hören. Denn oft stellt sich im nachhinein heraus, dass wir mit unserer Intuition richtig lagen.

Bewusst werden lassen statt ignorieren

Das, was Sie sich bewusst machen, können Sie auch ändern. Geduldig, Schritt für Schritt. „Nein“ sagen hat sehr viel mit Ihrem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu tun. Wenn Sie ein Selbstwertgefühl für sich entwickeln, können Sie in entsprechenden Situationen passende Strategien einsetzen und selbstbewusst Grenzen setzen.

In welchen Situationen und bei welchen Personen?

Es ist wichtig sich vor Augen zu führen, bei welchen Personen und in welchen Situationen ein „Nein“ oder eigene Grenzen setzen, unangemessen ist.
Denn ein selbstbewusster Mensch ist kein Kampfhuhn oder ein Streithahn und ein „Nein“ sagen ist auch kein generelles Verhalten. Hier kann man „Nein“
sagen, woanders nicht. Wir müssen uns also genau überlegen, wo wir wirklich ausgenutzt werden.

Manchmal sind es aber auch die Menschen die wir lieben, die uns bewusst oder unbewusst, immer wieder Dinge abverlangen und uns ausnutzen.
Gerade hier lassen sich viele Menschen unter dem Deckmäntelchen der selbstlosen Liebe oder mit dem Druckmittel „Liebesentzug“ zu Zugeständnissen hinreißen, die über das normale Maß weit hinausgehen.

Schauen Sie also genau hin und analysieren Sie, bei welchen Menschen oder in welchen Situationen Sie „Ja“ sagen, obwohl Sie lieber „Nein“ gesagt hätten.
Das erleichtert es Ihnen ungemein Ihrer Intuition zu folgen, denn nun haben Sie es nicht mehr mit einem scheinbar nicht zu bewältigenden „Gesamtmakel“ zu tun, sondern mit einzelnen Menschen und bestimmten, greifbaren Situationen.

Was befürchten Sie?

Wenn Sie wissen, dass Sie bei einem „Nein“ etwas befürchten, sollten Sie sich mit Ihrer Angst auseinandersetzen. Was konkret befürchten Sie in einer Situation? Haben Sie Angst vor Zurückweisung oder gar vor einem Verlust? Das man schlecht über Sie redet? Oder fürchten Sie Ihre eigenen Schuldgefühle?
Wollen Sie etwas bestimmtes nicht verpassen? Oder rechnen Sie mit aggressiven Reaktionen?

Hinter Ihrer Angst stecken verschiedene Schreckgespenster, die bei
nüchterner Tageslichtbetrachtung, gar nicht mehr so erschreckend sind.

Wie realistisch sind Ihre Befürchtungen tatsächlich?

Oft malen wir uns die schlimmsten Folgen aus, die nie eintreten. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Problem nicht objektiv aus einer Art Vogelperspektive betrachten zu können, dann besprechen Sie Ihre Bedenken mit einem Ihnen vertrauten Menschen, den Sie mögen und für objektiv halten. Das kann Ihnen dabei helfen, Ihre Befürchtungen abzubauen und ganz nebenbei, bekommen Sie noch so manch hilfreichen Tipp für sich.

Was entbehren Sie?

Sie sollen auf jeden Fall auch immer die Gegenrechnung aufmachen: Was ist, wenn Sie in dieser Situation oder bei diesem Menschen, alles so weitermachen wie bisher?
Welche Opfer müssen Sie bringen? Wie viele innere Konflikte müssen Sie mit sich selbst deshalb austragen? Wie viele schöne Momente müssen Sie entbehren, weil Sie sich über sich selbst ärgern oder etwas tun, worauf Sie gar keine Lust haben?
Wird Ihnen vielleicht wegen des Chefs Ihr geliebter Job irgendwann zuwider?
Kommen Sie nicht zum Wesentlichen, weil jemand Sie ständig abhält und für sich beansprucht?

Wie hoch ist der Preis, den Sie langfristig zahlen?

Immer nachzugeben und zu schlucken, was andere von einem abverlangen, bringt auf Dauer unweigerlich auch gesundheitliche Probleme mit sich.
Wie sieht es dann mit Ihrer Erfüllung und Ihrem Glück aus? Sie haben ein Recht darauf, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen! Leben Sie also lieber selbstbestimmender und sagen Sie „Nein!“.

Nein, das tue ich nicht mehr!

Im Teil 2 Nein! So nicht – So sagen sagen Sie es verschieden scharf, gebe ich
Ihnen hilfreiche und konkrete Vorschläge, wie Sie auf verschiedene Weise „Nein“ sagen können. Denn es gibt unterschiedliche Strategien und mehr oder weniger „scharfe“ Formulierungen.
Bevor Sie zum zweiten Teil gehen empfehle ich Ihnen, dass Sie sich mit den aufgeworfenen Fragen dieses Beitrages bewusst auseinandersetzen.

Nehmen Sie sich ungefähr eine halbe Stunde Zeit, bewaffnen Sie sich mit Stift und Zettel und fragen Sie sich:

  • Wo sehe ich die generellen Ursachen und Gründe, dass ich nicht „Nein“ sagen kann?
  • In welchen Situationen und bei welchen Menschen kann ich meine Grenzen nicht so ziehen, wie ich es gerne möchte?
  • Was genau befürchte ich in der jeweiligen Situation bzw. bei dem jeweiligen Menschen?
  • Wie realistisch ist es wirklich, dass meine Befürchtungen überhaupt
    eintreten?
  • Was entbehre ich?
  • Welchen Preis zahle ich mittel- oder langfristig, wenn ich mich weiter so
    verhalte wie bisher?

Und Sie?

Setzen Sie bereits Grenzen oder geben Sie meistens nach? Was sind Ihre
Strategien des „Nein“ sagens? Ich freue mich über Ihre Meinung und wünsche Ihnen viele gute Erkenntnisse beim Reflektieren.

Alles Liebe, Ihre Claudia Bäumer

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Veröffentlicht von

Claudia Bäumer | Lebensduft-Coaching-Blog

Als Hypnotiseurin, Persönlichkeitstrainerin (Coach) und Mentalheilerin, begleite ich Menschen in Umbruchsituationen und schwierigen Lebensphasen und auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten, zufriedenen und erfüllten Leben. Meine Umsetzung hierzu ist, zu innerer Stärke und Ausgeglichenheit zu gelangen, persönliche Ziele zu reflektieren und selbstbestimmt umzusetzen, die eigene Lebensqualität zu verbessern und das Leben mit all seinen Möglichkeiten, von einer neuen Seite aus zu betrachten. Auf meiner Webseite & Blog LEBENSDUFT.NET möchte ich einen kleinen Beitrag zur Selbsthilfe leisten und Wege aufzeigen, mit all den Düften des Lebens freier, bewusster und entspannter zu leben. Denn jeder Mensch ist dazu bestimmt, auf allen Ebenen des Seins, glücklich, zufrieden und erfüllt zu leben! Herzlichst, Ihre Claudia Bäumer

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