„Nein! So nicht“ – So sagen Sie es verschieden scharf – Teil 2

Lebensduft.net - Hypnose & Coaching Praxis Claudia Bäumer
„Nein“ sagen kann man verschieden scharf!

Im Teil 1 des Beitrages ging es darum Grenzen zu setzen. In diesem Beitrag
gebe ich Ihnen konkrete Tipps und Vorschläge, wie Sie auf unterschiedlich scharfe Weise, etwas ablehnen können. Denn schließlich soll es ja der Situation angemessen sein.

Es ist sicherlich nicht angebracht, jedem Menschen einfach ein knallhartes „Nein“ an den Kopf zu ballern. Wie beispielsweise dem geliebten Partner und in der Regel auch nicht dem Chef. In anderen Situationen hingegen, ist genau das angebracht, z.B. wenn Ihnen jemand penetrant etwas aufschwatzen will. Und dann gibt es noch Situationen, in denen wir ein „Nein“ nett verpacken können, beispielsweise wenn wir ein Rendezvous oder eine Einladung
ablehnen möchten.

Vielleicht haben Sie sich ja schon – wie im Teil 1 vorgeschlagen – die Zeit zum Nachdenken genommen und wissen, bei welchen Menschen oder in welchen Situationen, Sie zukünftig Grenzen setzen wollen. Vielleicht haben Sie auch schon für sich herausgefunden, für welche Gelegenheiten Sie noch passende Strategien und Formulierungen benötigen. Falls nicht, können Sie dies noch nachholen. Hier geht es zum Beitrag.

Verschiedene Nein-Strategien

Wie unser „Nein“ beim Gegenüber ankommt, hängt davon ab, wie wir vor-
gehen – also von unserer Taktik – von unseren Worten, unserer Körpersprache und dem Tonfall.
Der Effekt, den wir vermutlich von unserem Gegenüber erwarten können, lässt sich in vier unterschiedlichen Schärfegraden, ähnlich wie beim Senf, einteilen:

  1. Scharf
  2. Mittelscharf
  3. Mild
  4. Süß

Nein sagen auf scharfe Art

Es gibt Situationen, da ist ein unmissverständliches „Nein“ angebracht, dass keine Einwände zulässt. Zum Beispiel dann, wenn Ihnen penetrante Zeitgenossen etwas aufschwatzen wollen. Oder wenn jemand versucht, Sie zu manipulieren. Sagen Sie in solchen Fällen ganz klar und scharf: „Nein!“ und lassen Sie die Leute stehen.

Manchmal ist ein scharfes Vorgehen auch bei Menschen nötig, die bisher kein „Nein“ von Ihnen gehört haben und deshalb hartnäckig meinen, sie könnten Sie doch wieder zu einem „Ja“ überreden.
Sagen Sie in solchen Situationen: „Nein, ich weiß, dass du das von mir nicht
gewohnt bist. Aber ich bleibe dabei: Nein heißt Nein!“

Nein sagen auf mittelscharfe Art

Ein mittelscharfes „Nein“ ist dann angebracht, wenn das „Nein“ auf jeden Fall deutlich werden soll. Beispielsweise dann, wenn Sie schon wissen, dass die Person nicht locker lassen wird oder Sie schon „milde Neins“ vorgetragen haben, die der andere nicht verstehen will.

Folgen verdeutlichen

„Danke, dass Sie mir Ihr Vertrauen entgegenbringen. Aber ich habe zurzeit
keine Termine mehr frei, so dass ich Sie kurzfristig nicht mehr einplanen kann. Würde ich Ihnen noch einen kurzfristigen Termin vergeben, dann müsste ich andere Termine um XY nach hinten verschieben. Da werden die anderen
Kunden sauer und mich nicht wieder beauftragen.“
So oder so ähnlich, können Sie entsprechend Ihrer persönlichen Situation
argumentieren.

Bauschen Sie auf, dramatisieren Sie

Nein, tut mir leid, aber ich habe zur Zeit schon so viel zu tun, dass die Ergebnisqualität anfängt zu leiden und ich deshalb nachts nicht mehr schlafen kann. Diese Aufgabe noch zu übernehmen, lässt mein Gewissen nicht zu.“

Offenlegen

„Ich kann verstehen, dass dir der Umgang mit dem Computerprogramm
Probleme bereitet. Doch wenn ich das immer für dich tue, lernst du es nie.
Ich bin überzeugt, dass du das auch ohne meine Hilfe, erfolgreich schaffst.“

„Nein, dass kann ich dir nicht abnehmen. Mutter hat dich gebeten diese Rede zu halten, weil es deine Patentante ist. Es liegt ihr also etwas daran, dass du es machst und Tante Emma sicherlich auch.“

Beharrliche Wiederholung

„Es schmeichelt mir, dass Sie mir zum wiederholten Male eine Führungs-
position anbieten. Aber nein, ich möchte keine Mitarbeiter führen, sondern
eine Fachkarriere machen.“

Es tut mir leid, aber ich verleihe mein Auto grundsätzlich nicht, auch nicht an noch so gute Freunde.“ Wenn er weiterbittet: „Nein, ich verleihe mein Auto nicht.“ …
„Gerne nochmal: Ich verleihe mein Auto nicht.“ – Bleiben Sie freundlich, aber
konsequent!

Salamitaktik

Zu mittelscharf zählen auch Techniken, die weitreichende oder härtere Konsequenzen eines „Nein“ deutlich machen, beispielsweise die Salamitaktik:
Wenn Sie etwas ablehnen oder abschaffen wollen und schon wissen, dass die betreffende Person ein allumfassendes „Nein“ nicht akzeptieren oder
verkraften kann, dann servieren Sie ihm Ihr „Nein“ scheibchenweise.
Überlegen Sie in Ruhe, welche Konsequenzen Ihr Gegenüber zu erwarten hat und welche Gefühle Ihr „Nein“ auslösen wird. Suchen Sie nach Möglichkeiten, es ihm schonend, in erträglichen Häppchen beizubringen.

Nein sagen auf milde Art

Die folgenden Herangehensweisen und Formulierungen können Sie bei
Personen anwenden, die Ihnen nahestehen. Ebenso bei unsicheren und
sensiblen Menschen. Also immer dann, wenn Sie jemanden auf gar keinen Fall verletzen möchten.

Einfühlungsvermögen zeigen

Lassen Sie Ihr Gegenüber spüren, dass Sie Verständnis für seine Bitte haben:
„Das du das alleine machen musst und dafür auch länger bleibst, tut mir
wirklich sehr leid. Ich kann verstehen, dass das kein Zuckerschlecken ist.
Doch leider kann ich heute nicht mithelfen.“

Oder im privaten Bereich bei einem geliebten Menschen: „Ich weiß, dass du mich vermisst und ich vermisse dich auch. Jedoch freue ich mich schon so
lange auf XY. Bitte verstehe, dass mir das wichtig ist.“

Zu zeigen, dass man den anderen versteht und wertschätzt, macht jedes „Nein“ sanfter und besser verträglich.

Bedauern ausdrücken und Gründe nennen

Zu Formulierungen wie „Tut mir leid, aber ich kann nicht…“ zusätzlich seine Gründe zu nennen, hilft dem anderen, Ihr „Nein“ besser nachvollziehen zu
können und anzunehmen.

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie sich nicht rechtfertigen. Rechtfertigungen sind nicht nur für Sie unangenehm, sondern möglicherweise auch für den
anderen peinlich, besonders dann, wenn es sich um einen schüchternen oder verletzlichen Menschen handelt.

Formulieren Sie Ihre Begründungen so, dass sich diese auf Umstände beziehen und sich nicht gegen die betreffende Person richten. Wenn beispielsweise
jemand in Ihr Büro kommt, Sie aber gerade keine Zeit für die Person haben, könnten Sie sagen: „Hallo Frau Y, sehr gerne, aber der Abgabetermin für den Bericht ist längst überfällig, dass Bauamt wartet darauf.“

Für Beweggründe bedanken

Wo es für Sie passend erscheint, können Sie ein „Nein“ auch dadurch mildern, indem Sie sich bei Ihrem Gegenüber für seinen Beweggrund bedanken, dass er sein Anliegen gerade bei Ihnen vorträgt. Das kann entgegengebrachtes Vertrauen für eine Aufgabe sein, die Sie übernehmen sollen. Oder wenn sich Ihr
Partner von Ihnen wünscht auf etwas zu verzichten, obwohl Sie unbedingt
weitermachen wollen, kann es sich dabei auch um Sorge Ihres Wohlergehen handeln.

Ein halbes „Nein“

In manchen Fällen bietet es sich auch an, nicht alles abzulehnen, was an Sie herangetragen wird. Wenn Sie beispielsweise bei einem Projekt nur die Planung, nicht aber die Umsetzung übernehmen wollen, haben Sie die Möglichkeit ein sanfteres „Teil-Nein“ zu geben:
„Gerne kann ich die Konzeption und die Budgetplanung übernehmen. Doch die Umsetzung lässt meine angespannte Terminsituation nicht zu.“

Bieten Sie ein „Stattdessen“

Wenn Sie jemand fragt, ob Sie beim Umzug helfen werden, Sie aber keine Zeit oder Lust haben, können Sie eine Alternative vorschlagen: „Tut mir leid, an dem Datum kann ich nicht. Dafür komme ich am nächsten Tag, und helfe dir, die restlichen Kartons auszupacken.“

Wenn Sie nichts investieren wollen, können Sie den anderen inspirieren, sich woanders Hilfe zu holen: „Sorry, dafür habe ich gerade keine Zeit. Aber frage doch mal Herrn X…“
Bei dieser Strategie zeigen Sie dem anderen also immer andere Optionen auf oder helfen dem Bittenden, andere Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Nein sagen auf süße Art

Vielleicht kennen Sie auch den süßen Senf, der in Bayern mit Vorliebe zu Leberkäse gegessen wird? So süß wie dieser Senf ist, so süß kann Ihr „Nein“ sein, wenn Sie es folgendermaßen „verpacken“:

  • Mit Charme und verführerischen Augenaufschlag: Das können Männer und Frauen jeden Alters, jedenfalls wenn sie wollen ;-). Kokettieren Sie, klimpern Sie mit den Wimpern und schütteln Sie Ihren Kopf.
  • Süß verpacken lässt sich ein „Nein“ auch mit einer netten Kleinigkeit.
    Sie könnten Ihrer Freundin ihre Lieblingspralinen mitbringen wenn Sie ihr
    sagen, dass Sie sie nicht auf die langweilige Feier begleiten werden. Oder Sie schicken Blumen und eine lustige Karte und verpacken ein „Nein“ in
    poesievolle Worte.
  • Süß und entwaffnend ist ein „Nein“ auch, wenn Sie einfach mit dem Kopf schütteln und dabei lachen.
  • Humor ist immer entschärfend, wird vielleicht sogar süß, wenn Sie zu Ihrem „Nein“ noch einen lustigen Spruch oder Witz servieren.

Solch ein süßes „Nein“ auszusprechen, fällt vielen Menschen leichter. Doch
natürlich passt es nicht überall und Humor versteht leider auch nicht jeder.
Gehen Sie deshalb wohlüberlegt vor – Das gilt für alle „Nein“-Strategien!

Lassen Sie sich nicht überrumpeln: Weder zu einem „Ja“, dass Sie hinterher bereuen, noch zu einem vorschnellen „Nein“, mit dem Sie sich ins Knie
schießen. Erbitten Sie Bedenkzeit wenn Sie sich noch nicht sicher sind, wie Sie auf eine Bitte oder Aufforderung reagieren sollen, oder wie Sie Ihr „Nein“
verpacken.

Dann wählen Sie die passende Strategie und Formulierungen und schreiten zur Tat. Viel Spaß beim „NEIN“ sagen!

Alles Liebe, Ihre Claudia Bäumer

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Veröffentlicht von

Claudia Bäumer | Lebensduft-Coaching-Blog

Als Hypnotiseurin, Persönlichkeitstrainerin (Coach) und Mentalheilerin, begleite ich Menschen in Umbruchsituationen und schwierigen Lebensphasen und auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten, zufriedenen und erfüllten Leben. Meine Umsetzung hierzu ist, zu innerer Stärke und Ausgeglichenheit zu gelangen, persönliche Ziele zu reflektieren und selbstbestimmt umzusetzen, die eigene Lebensqualität zu verbessern und das Leben mit all seinen Möglichkeiten, von einer neuen Seite aus zu betrachten. Auf meiner Webseite & Blog LEBENSDUFT.NET möchte ich einen kleinen Beitrag zur Selbsthilfe leisten und Wege aufzeigen, mit all den Düften des Lebens freier, bewusster und entspannter zu leben. Denn jeder Mensch ist dazu bestimmt, auf allen Ebenen des Seins, glücklich, zufrieden und erfüllt zu leben! Herzlichst, Ihre Claudia Bäumer

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