muße - lebensduft, hypnose & coaching praxis claudia bäumer

Muße-Tag

muße - lebensduft, hypnose & coaching praxis claudia bäumer

Gestern war wieder so ein Tag: Sonntag (Hurra, der einzigste Tag in der Woche, an dem ich keinerlei „Verpflichtungen“ habe), es regnete und stürmte unaufhörlich.
Rausgehen und die Natur genießen war aufgrund der Wetterverhältnisse nicht möglich. Ich setze mich auf mein Sofa schaue aus dem Fenster.
Das klingelnde Telefon reißt mich aus….

Ja, woraus denn? Aus nichts! Ich habe einfach „Löcher in die Luft“ geguckt, ohne
Gedanken, ohne Bewertung. Ich war also, wie wir Hypnotherapeuten es nennen, in einer Art Wohlfühl-Trance. Dies übrigens sind Menschen mehrmals am Tag, ohne das sie es überhaupt wahrnehmen.

Ich war so angenehm entspannt mit „nichts tun“, dass ich auf meine Muße-Tag-Liste um einen Punkt erweitert habe: Löcher in die Luft gucken. Dabei fällt mir ein
Gespräch mit einer Klientin neulich ein. Ihr fiel das nichts tun schwer. Bei schönem Wetter, so sagt sie, geht sie mit ihrem Hund spazieren oder gärtnert ein wenig.
Aber bei typischen Mistwetter, fiele ihr einfach nichts ein, um zu entspannen und Kraft zu schöpfen. Sie würde manchmal so lange überlegen, was sie „nichts tun“ könnte, dass es anschließend zu spät wäre „um etwas zu tun“ oder sie keine Lust mehr dazu hätte. Wenn Sie einfach mal nichts tun würde, meldete sich auch
sogleich ihr schlechtes Gewissen.

Ich riet ihr dazu, mal eine Liste für Schlechtwetter-Tage anzufertigen und
aufzuschreiben, was ihr Entspannung gibt und woran sie Freude hat. So braucht sie beim nächsten Mistwettertag nicht lange zu überlegen, sondern hat sofort ein paar Ideen zur Hand. Sie fand die Idee super und ihr fielen auch spontan müßige
Tätigkeiten ein die ihr Spaß machen.

Was ist Müßiggang?

Die einen sagen faul sein pur. Die anderen sehen Müßiggang als Gegenteil von
arbeiten. Im Internet finde ich folgende Definition: zu viele freie Zeit haben und nichts tun.

So definiere ich persönlich Müßiggang: Es kann einfaches Nichtstun sein.
Oder auch das freie Ausleben von dem, was Freude bereitet. Ganz nach eigenem
Belieben, ohne Zeit- und Leistungsdruck.

Klingt gut. Doch warum fällt uns Müßiggang so schwer?

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft, wird Müßiggang nicht akzeptiert oder gefördert, sondern eher schlecht angesehen. „Zeit ist Geld“ lautet noch immer die schallende Parole, die wir verinnerlicht haben. Wir, die gehetzten Menschen, die selbst nach langen Arbeitstagen nicht zur Ruhe kommen, sondern zu
Veranstaltungen rennen, danach noch Freunde besuchen und anschließend
womöglich zum Mitternachtsschwimmen hetzen.
Ich will keineswegs Aktivitäten im wohl verdienten Feierabend schlecht reden.
Vereinsleben, Freunde treffen und außergewöhnliche Dinge tun – Auch das kann sehr entspannend sein, neue Energie schenken und den eigenen Horizont
erweitern.
Doch Dauerhetzerei ist zu einer Sportart vieler Menschen geworden. Wer durch
permanente Verpflichtungen keinen vollen Terminkalender hat, wird in unserer Leistungsgesellschaft oft als faul oder als träge angesehen. Bereits Kinder im
Kindergarten- und Schulalter, glänzen mit einer Menge Termine, neben den
schulischen Verpflichtungen. Wo bleibt da die Zeit für Müßiggang?

Auch ich bin beruflich stark angespannt und habe einen vollen Terminkalender. Und ich genieße das. Meistens jedenfalls. Artet es jedoch in Rumhetzerei aus, ziehe ich mittlerweile ziemlich konsequent die Bremse an und nehme mir meine
„Eigenzeit“. Zeit, in der ich Dinge tue die mir Spaß machen, mir neue Energie und Kraft schenken und in der ich meinen Terminkalender knallhart links liegen lasse.

Meine Muße-Tag-Liste hat übrigens schon vor ein paar Wochen, einen weiteren Punkt hinzu bekommen. Diesen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten: Line Dance.
Durch Zufall wurde ich mit Line Dance konfrontiert. Ich weiß, es gibt keine Zufälle im Leben und deshalb ist diese Begegnung und sein Resultat, auch eher
schicksalhaft im positiven Sinn für mich. Denn ich liebe Tanzen, besonders wenn
eine Gruppe von Menschen bestimmte Tänze gemeinsam tanzt. Wie beispielsweise beim Line Dance.
Ich hatte also eine positiv schicksalhafte Begegnung, die Line Dance aus meinem Unterbewusstsein ins Bewusstsein holte. Denn unterschwellig in meinem
Unterbewusstsein, tanzte Line Dance schon länger in meinen Gedanken herum,
um dieses schöne Wortspiel zu benutzen.

Bereits ein paar Jahre zuvor hatte ich mich in einer Line Dance Gruppe zu einem
Anfängerkurs angemeldet, konnte jedoch den Kurs leider nicht beenden.
Seinerseits stand die Arbeit für mich noch an allererster Stelle, so dass es zu den
Übungsabenden regelmäßig zu einem Crash mit meinem Terminkalender kam.
Die Entscheidung, Line Dance nicht zu lernen und mich der Line Dance Gruppe
anzuschließen, fand ich die Jahre danach immer sehr schade. Ich bereute es sogar ein wenig. Denn ich kam im Laufe der Zeit zu der Erkenntnis, dass Zeit eben nicht Geld ist und habe mein persönliches Wohlbefinden an oberste Stelle hochgehoben. Mich zu informieren, ob und wann wieder ein Line Dance Anfängerkurs angeboten wird, schob ich ständig vor mir her. Bis zu dem Tag, an dem ich die nette Dame
kennenlernte die vor Lebensfreude nur so sprühte, die mir aus vollem Herzen
vorschwärmte wie toll Line Dance ist und wie es ihr Leben bereichert. Sie selbst tanzt nämlich schon seit Jahren in einer Line Dance Gruppe und es scheint ihr
offensichtlich sehr gut zu tun. Ich fackelte gar nicht mehr lange, sondern meldete mich sofort zu einem Anfängerkurs an, der glücklicher Weise, gerade begonnen
hatte.

Ich will (noch) nicht sagen, dass ich nun in einer Line Dance Gruppe aktiv tanze.
Denn immerhin bin ich noch blutige Anfängerin und lerne wörtlich Schritt für Schritt die Tänze, welche zu Country Musik getanzt werden. Doch ich habe nun eine weitere, für mich persönlich sehr wertvolle Müßiggängerei und das sogar in der Line Dance Gruppe, in der ich mich schon vor ein paar Jahren so wohl gefühlt habe.

Müßiggang ist unnütz? – Von wegen!

Oft wird das Vorurteil vertreten, dass Müßiggang unnütz ist und vergeudete Zeit sei. Das stimmt nicht. Schon längst hat die Neurobiologie die positiven
„Nebenwirkungen“ der Müßiggängerei nachgewiesen, was der Mensch im Grunde genommen schon seit Jahrtausenden weiß. Nämlich das Müßiggang…:

  • … inspiriert. Kreativität braucht Zeit. Auf Knopfdruck gibt es sie nicht.
  • … die Seele nährt und die Kraftbatterien auflädt.
  • …. regeneriert und die Gesundheit stärkt.
  • … eine sehr gute Burn-out-Prophylaxe ist.
  • … Spaß und Erfüllung bringt.
  • … zur Selbstwahrnehmung verhilft.
  • … Beziehungen fördert.

Um nur ein paar positive Nebeneffekte des Müßiggangs zu nennen. Wenn man es schafft, den inneren Leistungsdruck-Diktator ruhig zu stellen – besser noch umzustimmen – kann Müßiggang zu einem sehr gelungenen und als sinnvoll
empfundenen Leben beitragen.

Meine Muße-Tag-Liste

Hier habe ich mal meine persönlichen Mußetätigkeiten aufgelistet:

  1. Waldspaziergänge
  2. Musik hören
  3. Mein Lieblingsspiel spielen
  4. Die Wohnung dekorieren, evtl. auch umräumen
  5. Meditieren
  6. Ein Bad nehmen mit Kerzenlicht, dabei Musik hören
  7. Mit meinem Mann rumlungern und über das Leben philosophieren
  8. Urlaub planen
  9. Im Straßencafé sitzen und Leute beobachten
  10. Schlafen
  11. Spannende Fernsehsendungen schauen
  12. Wilde Ideen aussspinnen
  13. In die Sauna gehen
  14. Massieren / verwöhnen lassen
  15. Freunde treffen
  16. Schöne Ausflüge machen
  17. Lesen, lesen, lesen: Romane, Fachbücher, Magazine…
  18. Auf unserem Sofa rumlümmeln
  19. Line Dance
  20. Löcher in die Luft gucken

Die Punkte 17, 18 und 20 haben übrigens gestern meine Kraftbatterien wieder
aufgeladen ;-).

Und Sie?

Was sind Ihre Mußetätigkeiten oder -untätigkeiten, bei denen Sie entspannen
können und neue Energie schöpfen? Wobei geht Ihnen das Herz auf? Was nährt
Ihre Seele?

Nehmen Sie sich doch einfach mal die Zeit, und schreiben Sie all das auf, was Ihnen gut tut und Ihnen Spaß macht. Und dann bauen Sie diese Dinge öfters in Ihren
Alltag ein.

Keine Zeit? Mag sein, dass es Ihnen so erscheint und sicherlich haben Sie auch viel um die Ohren. Doch wenn das ein Dauerzustand ist, dann sollten Sie sich mal
fragen, ob Sie das Leben führen, welches Sie führen wollen. Denn letztendlich
entscheidet jeder Mensch selbst, womit er seine Zeit verbringt. Und nur er selbst, kann es gegebenenfalls ändern!

Falls es Ihnen schwer fällt zu entspannen, ist dieser Beitrag vielleicht hilfreich für Sie, um in kurzer Zeit Entspannung zu finden:
5 Entspannungstipps für überall & zwischendurch

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Müßiggang 🙂

Alles Liebe, Ihre Claudia Bäumer

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Veröffentlicht von

Claudia Bäumer | Lebensduft-Coaching-Blog

Als Hypnotiseurin, Persönlichkeitstrainerin (Coach) und Mentalheilerin, begleite ich Menschen in Umbruchsituationen und schwierigen Lebensphasen und auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten, zufriedenen und erfüllten Leben. Meine Umsetzung hierzu ist, zu innerer Stärke und Ausgeglichenheit zu gelangen, persönliche Ziele zu reflektieren und selbstbestimmt umzusetzen, die eigene Lebensqualität zu verbessern und das Leben mit all seinen Möglichkeiten, von einer neuen Seite aus zu betrachten. Auf meiner Webseite & Blog LEBENSDUFT.NET möchte ich einen kleinen Beitrag zur Selbsthilfe leisten und Wege aufzeigen, mit all den Düften des Lebens freier, bewusster und entspannter zu leben. Denn jeder Mensch ist dazu bestimmt, auf allen Ebenen des Seins, glücklich, zufrieden und erfüllt zu leben! Herzlichst, Ihre Claudia Bäumer

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